Die Entstehung der Selmer Hospizbewegung
Im März 2001 fand in der Familienbildungsstätte eine Informationsveranstaltung zur Hospizarbeit statt. Noch am gleichen Abend bekundeten einige der Teilnehmer ihr Interesse, sich intensiver mit dem Thema Tod und Sterben zu befassen. Fortan trafen sich 8 – 10 Personen regelmäßig, darunter auch Frau Krug, die Leiterin der Familienbildungsstätte, die maßgeblich an dem Aufbau der Hospizgruppe beteiligt ist.
Im Frühjahr 2002 fand mit 13 Frauen und einem Mann in der FBS in Zusammenarbeit mit dem Lüner Hospiz e.V. und dem Altenwohnhaus St. Josef in Selm ein Vorbereitungsseminar unter der Leitung von Frau Czech vom Bruder Jordanhaus in Dortmund und Frau Michel vom Franziskus-Hospiz in Recklinghausen statt. Die Teilnehmer wurden auf die Belastung der Hospizarbeit vorbereitet und lernten Grundlagen der „Sterbebegleitung“ kennen. Seit dieser Zeit treffen sie sich regelmäßig am 1. Donnerstag im Monat im Altenwohnhaus St. Josef, um Erfahrungen auszutauschen und Öffentlichkeitsarbeit vorzubereiten.
Im Rahmen der Überlegung zur Öffentlichkeitsarbeit entstand im Sommer 2002 die Idee, mit Schülern und Schülerinnen des Städt. Gymnasiums Selm zusammenzuarbeiten, um ein Werbeplakat zu erstellen, mit dem auf die Hospizarbeit aufmerksam gemacht werden kann.
Unter dem Aspekt, dass sich Jugendliche mit dem Thema Tod und Sterben befassen und z. T. über die Kinder auch deren Eltern, stieß die Hospizgruppe Selm bei Frau Weirich, Kunstpädagogin des Gymnasiums Selm, sofort auf positive Resonanz. Auf Anhieb meldeten sich 15 Schülerinnen des Differenzierungskurs Kunst (Jahrgangsstufe 9), von denen 9 Schülerinnen bis zum Schluss, 4 Monate lang, intensiv an der Fertigstellung der Plakatentwürfe gearbeitet haben. Aus diesen 15 ausdrucksstarken, fantastischen Arbeiten hatten es die Gruppenmitglieder der Hospizgruppe Selm nicht leicht, ein Plakat auszuwählen. Deshalb ermöglichen Sie es, alle Plakate als Wanderausstellung Institutionen, Gruppen, Gemeinden usw. zur Verfügung zu stellen. (Kontakt: Frau Hildegard Schattenberg, Tel.: 02592/3541)
Zusätzlich wurden Flyer erstellt und bei verschiedenen Möglichkeiten in Umlauf gebracht, um die Hospizarbeit jedem zugänglich zu machen.
Inzwischen fand die erste Sterbebegleitung im Altenwohnhaus St. Josef statt.
Im März 2003 wurde die Hospizgruppe ein eingetragener Verein, der auf fast 40 Mitglieder angewachsen war. Jetzt konnten auch Spendenquittungen ausgestellt werden.
2005 berief der 1. Vorsitzende Herr Becker eine außerordentliche Mitgliederversammlung der Hospizgruppe Selm e.V. ein, um Frau Marlies Spinne als Koordinatorin der Hospiz-Gruppe Selm e.V. auf 400 € Basis einzustellen.
Er begründete die Anstellung einer Koordinatorin mit den mittlerweile anfallenden Arbeiten:
- Bezuschussung der ambulanten Hospizarbeit durch die Krankenkassen
- Fachliche Unterstützung der ehrenamtlichen Mitarbeiter
- Sicherung der Qualität der Arbeit
Die Voraussetzungen, die an eine Bezuschussung geknüpft werden, sind: mindestens 15 aktive Mitglieder und mindestens 1 Begleitung pro Jahr in einem Privathaushalt.
Die Voraussetzungen, die an eine Koordinatorin geknüpft werden sind:
- abgeschlossene Krankenpflegeausbildung mit Berufserfahrung
- palliativmedizinische Fachkompetenz
- Fortbildung im Bereich Führungskompetenz
- Mindestens dreijährige Erfahrung in der Hospizarbeit.
Frau Marlies Spinne wurde einstimmig gewählt.
Neu hinzu kamen
- Erinnerungsfeiern mit Angehörigen zur Trauerbewältigung
- Einführung einer regelmäßigen Sprechstunde, dienstags von 16-19 Uhr in der FBS
- Regelmäßige Gespräche mit der Leitung und den Wohnbereichsleitungen des Altenwohnhauses St. Josef
- Jeden 1. Mittwoch im Monat Sprechstunden im Altenwohnhaus St. Josef für die Angehörigen
Ein Flyer „Von der Anfrage zur Begleitung“ wurde an alle Ärzte und Pflegedienste in der Umgebung verteilt.
12 Begleitungen wurden abgeschlossen, 8 Begleitungen liefen noch.
Es fanden 10 Informationsveranstaltungen statt.
Im März 2006 hatte die Hospiz-Gruppe Selm e.V. 66 Mitglieder, davon 22 Aktive, 19 BegleiterInnen.
Das Trauercafe - die Bücke - wurde eingerichtet, das die Hinterbliebenen jeden 3. Donnerstag im Monat besuchen, in dem sie über ihre Trauer, Verzweiflung oder auch Wut sprechen können und in der die eventuelle Vereinsamung aufgehalten werden soll.
Um die aktiven Mitglieder zu entlasten wurde eine neue Gruppe „Öffentlichkeitsarbeit“ gegründet.
Außerdem beschloss der Vorstand, 10% der Gesellschaftsanteile des Anna-Katharinen Hospiz in Dülmen zu erwerben und Mitglied im Beirat zu werden.
Im November 2006 eröffnete das erste stationäre Hospiz in Dülmen, an dem die Hospiz-Gruppe Selm e.V. beteiligt ist.
Auf der Mitgliederversammlung am 26.03.2007 zählte die Hospiz-Gruppe Selm e.V. 87 Mitglieder, davon 24 Aktive, davon 19 BegleiterInnen. Es wurden 22 Begleitungen abgeschlossen, 4 Begleitungen laufen noch. Es fanden 11 Informationsveranstaltungen statt. Frau Spinne führte 49 Beratungsgespräche durch.
Im Rahmen der stetig wachsenden Aufgaben und Anfragen musste sich die Hospiz-Gruppe Selm e. V. neu strukturieren. Deshalb wurde in einer Sondersitzung am 24.04.07 das neue Organigramm vorgestellt. Hieraus geht hervor:
Der Vorstand besteht aus
1. Vorsitzender: Herr Wolfgang Becker
2. Vorsitzender: Frau Rita Maatz
Schriftführerin: Frau Doris Krug
Geschäftsführerin: Frau Monika Kohl
für die Koordination: Frau Marlies Spinne
für die Öffentlichkeitsarbeit: Frau Claudia Alm, Frau Petra Kirschbaum
für das Trauercafe: Lioba Grove, Edelgard Pötter
Auf der Mitgliederversammlung 2008 zählte die Hospiz-Gruppe Selm e.V. 110 Mitglieder, davon 24 Aktive, davon 19 BegleiterInnen.
Am 1. April 2008 wurde die Stelle der Koordinatorin mit Fr. Hanna Nientiedt neu besetzt. Die bisherige Koordinatorin, Fr. Marlies Spinne schied aus persönlichen Gründen aus.
Ab 2009 wurde die Tätigkeit auf das Gebiet der Gemeinde Olfen ausgeweitet.
Am 01. Mai 2011 wurden eigene Büro- und Seminarräume an der Kreisstraße 89 bezogen.
Die Zahl der passiven Mitglieder ist auf 140 gestiegen, davon 39 ehrenamtliche Mitarbeiter und 33 ausgebildete BegleiterInnen
